Wie bei Oma

Juni 4, 2020

Als die Zweige der roten Johannisbeere auf dem Boden lagen, musste ich tatsächlich an meine Oma denken. Bei ihr wurden alle Beerensträucher schon bevor sie blühten mit einem Konstrukt aus herausgeschnittenen Zweigen / Ästen zusammengesteckt. Das ganze ohne Nägel oder Sonstige Hilfsmitteln. So habe ich Zweige einer Weide abgeschält, damit sie nicht treiben und zurechtgeschnitten. Man braucht 4 Stück in etwa 60 – 70 cm Länge geschnitten, die eine Astgabelung gaben, wo man später 4 längere darauflegen kann (Stützfunktion). Die Stützpfosten werden unten mit einer Axt spitz gemacht, damit man die mit einem Gumihammer gut in den Boden reinschlagen kann. Gumihammer ist schonender als ein Hammer aus Metall. Man richtet die Astgabelung in etwa 45 Grad, damit es passt. Und dann bleibt nur die 4 Queräste daraufzulegen, und fertig ist das einfache natürliche Konstrukt.

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Das hier ist ein Gewöhnlicher Pfeifenstrauch (Philadelphus Coronarius). Den schneide ich alle 3 Jahre radikal herunter. Er war fast 3 m hoch (Jetzt etwa 50 cm). Nach dieser Aktion wird er gut wieder austreiben, blühen wird er erst nächstes Jahr prächtig.

Grundsätzlich lassen sich die meisten Sträucher gut zurückzuschneiden. Die neuen Triebe sind frisch und gesund. In manchen Gärten, wo länger nichts zurückgeschnitten wurde oder viel zu hoch, hilft so ein Schnitt auch sehr gut. Manchmal muss man jedoch aufpassen, wenn viele abgestorbene und verkümmerte Zweige dazwischen sind. Dann haben die Gartenbesitzer Angst, dass es zu „nackt“ sein wird (oder wegen Sichtschutz). In solchen Fällen dünne ich die Sträucher aus, schneide manche Zweige tiefer ab, lasse welche länger. Dann treibt der Strauch im Frühling schön aus, wirkt natürlich und verliert kaum an seiner Größe.

Allerdings nicht alle Sträucher mögen solchen Rückschnitt. Z.B. Chinesischer Blumen-Hartriegel. Dieser Strauch bildet eine sehr schöne Wuchsform, diese kann mit Rückschnitt zerstört werden. Auch lassen sich nicht alle Sträucher in gleicher Jahreszeit zurückzuschneiden. Die Schmetterlingsflieder  (Buddleja) z. B. werden im Februar (nach dem Frost) zurückgeschnitten. Das mit Rosen kennt ja jeder, März ist gute Zeit dafür, auch Buchsbäume schneidet man am besten im Frühjahr (im Sommer ist die Gefahr, dass die angeschnittene Stellen in der Sonne verbrennen). Das sind nur paar Beispiele.

Fazit – keine Angst von Zurückschneiden, aber vorher nachlesen oder Spezialisten fragen, ob und wann der Strauch am besten zurückgeschnitten wird. Als Landschaftsarchitektin (und auch viele Gärtner) schneide ich viel und gerne zurück. Oft haben die Gartenbesitzer Angst, sie rufen mich aber im Sommer an und bedanken sich oft dafür:). Neulich stand ein Gartenbesitzer neben mir und lachte: „Die Mut muss man haben!“

 

Aufwachen!!!

März 3, 2012

Heute Morgen habe ich die Pflanzen auf unserem Balkon aus dem Winterschlaf geweckt. Die alten Blätter und Zweige, die zum Frostschutz und zur Nährstoffanreicherung dienten habe ich entfernt. Anschliessend habe ich die Pflanzen mit Oscorna Animalin gedüngt. Mittelweile ist dieser mein Lieblingsdünger. Oscorna Animalin ist ein Langzeitdünger und besteht aus hochwertigen organischen Nährstoffträgern (z.B. Hörner und Rinderhufe). Diese werden von Mikroorganismen zersetzt, so dass Humus entsteht. Zusätzlich habe ich frische Erde aufgetragen. Das sollte jetzt bis zum Sommer ausreichen. Dann werde ich die Pflanzen nochmals düngen.