Giersch (Aegopodium podagraria)

Der Giersch ist in ganz Europa heimisch. Der Name (Aegopodium) leitet sich aus den griechischen Wörtern für Ziege und Füßchen her, wegen der einem Ziegenfuß ähnelden Kronblätter. Er wächst bevorzugt in Auwäldern, Hecken und in Gärten. Die ausdauernde Staude wird zwischen 30 und 90 Zentimeter hoch. Der Stengel ist hohl und kantig. Die Blätter sind doppelt dreizähnig. Die Dolden mit weißen Blüten erscheinen zwischen Juni und August. Die Blütendolde ist 15-25 strahlig. Aus den Giersch-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen. Die eiförmige und glatte Früchte sind etwa 3-4 mm lang. Die weißen Wurzeln sind leicht giftig (Falcarindiol), und auch aus kleinen Wurzelstücken kann eine neue Pflanze wachsen. Die Wurzeln bilden weite Ausläufer, die für eine schnelle und sichere Verbreitung sorgen.

Dieser Giersch (Aegopodium podagraria) wächst bei uns zusammen mit Rosen und Farn. Es ist eine kleine Erhöhung, die mit Steine eingefasst ist. Zu Nachbarn grenzt eine Mauer. Das verhindert die weitere Verbreitung. Bis jetzt habe ich Giersch nur im Salat und Pesto gegessen. Seine Verwendung in der Küche ist aber vielseitig.  Die älteren Blätter eignen sich als Petersilienersatz in Suppen, Gemüsegerichten und Aufläufen. Die reifen Samen eignen sich als Gewürz. Leider werden mit der Zeit seine Blätter hart und schmecken nicht mehr so gut, wie im Frühjahr. Deshalb ist die beste Erntezeit im Frühjahr, wo die Blätter noch zart und saftig sind. Man kann die allgemein von April bis Juli sammeln.

Zum Trocknen sammelt man das Kraut kurz vor der Blüte und hängt die Pflanze gebündelt an einem schattigen und luftigen Ort auf. Das getrocknete Kraut in Stoff- oder Papier-Beuteln lagern.

Der Giersch war früher in der Volksheilkunde sehr geschätzt um Gicht und Rheuma zu behandeln. Der kann Harnorgane und den Stoffwechsel fördern. Die Blätter enthalten ätherisches Öl, Chlorogensäure, Cumarine, Flavonoglykoside, Harz, Hyperosid, Isoquercitrin, Kaffeesäure, Kalium, Phenolcarbonsäuren, Polyine, Vitamin C.

Tee

2 Esslöffel auf 250 ml Wasser. Kraut mit dem heißen Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Der Tee aus dem getrockneten Kraut hilft gegen Gicht und Rheuma. Für eine Frühjahrskur kann man statt dem getrockneten Kraut die frischen Triebe in gleicher Menge nutzen.

 Umschläge

Das frische zerquetschte Kraut wird als Umschlag auf die betroffene Körperstelle gegen Gicht und Rheuma aufgebracht.

Praktisch ist das zerquetschte Kraut bei Wanderungen gegen Insektenstiche.

Badezusatz

Zubereitung wie der Tee. Als Sitz-Bad gegen Hämorrhoiden.

Frische Triebe

Als Salat oder Spinat als Entschlackungskur im Frühling.

Frischsaft

Eine 10tägige Frühjahrskur.

Aus den frischen Trieben Saft pressen und 1:5 mit Mineralwasser oder Buttermilch verdünnen. Am ersten Tag 1 Esslöffel, am zweiten 2 Esslöffel usw…

Soll den Stoffwechsel anregen, entschlacken und entgiften. Vorsicht: Zuviel Frischsaft ergibt einen Durchfall.

Homöopathie

Verarbeitet wird die frische blühende Pflanze. Gegen Rheuma und Gicht.