Gänseblümchen (Bellis perennis)

Mai 20, 2013

Gänseblümchen (Bellis perennis)Das Gänseblümchen (Bellis perennis) gehört zu der Familie der Korbblüter (Asteraceae). Die Wuchshöhe erreicht 4-15 cm. Das ist mehrjährig und wächst fast auf jeder Rasenfläche. Jede Blattrosette bringt von März bis November ununterbrochen aufsteigende bis aufrechte, blattlose, meist 5 bis 15 cm ange Blütenstandsschäfte mit einzeln stehenden Blütenkörbchen hervor. Das Körbchen richtet sich aufgrund des Heliotropismus immer nach der Sonne und schließt sich abends sowie bei schlechtem Wetter.

Die Blütenkörbchen von Bellis perennis, welche von Februar bis in den November hinein aufblühen, werden von Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und vor allem Fliegen besucht. Zum Teil findet bei diesen Blütenbesuchen Fremdbestäubung statt. Auch verhilft dies zu einer Form der Selbstbestäubung, der sogenannte Geitonogamie, d. h. die einzelnen Blüten innerhalb eines Blütenköpfchens bestäuben sich gegenseitig. Typisch für Gänseblümchen ist die Verbreitung der Achänen durch den Regen. Dadurch werden die Achänen im Umkreis der Mutterpflanze geschleudert. Eine andere Ausbreitungsform findet durch den Wind statt (Anemochorie). Die Achänen werden aber auch durch Tiere verbreitet (Zoochorie), vor allem durch Regenwürmer, Schafe und Rinder. Schließlich hilft sogar der Mensch bei der Ausbreitung (Anthropochorie). Das Gänseblümchen vermehrt sich generativ durch Samen (Achänen) und vegetativ.

Das Gänseblümchen wird gelegentlich als Futterpflanze genutzt. Die Blüten können auch im Salat verwendet werden. Am besten schmecken die jungen Blättchen aus dem Inneren der Rosette. Auch die Blüten sind essbar. Die Knospen sowie die nur halb geöffneten Blüten schmecken angenehm nussartig, die geöffneten Blüten dagegen leicht bitter, wodurch sie sich vorrangig als Salatbeigabe eignen. Sauer eingelegt werden Knospen manchmal als Kapernersatz verwendet.

Die Röhrenblüten enthalten das Saponin Bayogenin,Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Schleim.  Außerdem wurde in den Blüten, wie bei vielen Asteraceae, das Apigenin-7 Glucosid Cosmosiin nachgewiesen.

Bellis perennis, das Gänseblümchen, hat sich in der Homöopathie als Mittel bei Verletzungen bewährt. Prellungen, Verstauchungen und Quetschungen sind ein Anwendungsgebiet von Bellis perennis. Aber auch Hautprobleme oder Erkrankungen der Atemwege können damit behandelt werden. Zudem hilft es bei Prellungen der Brüste und der Geschlechtsorgane (z B. nach einer Mammographie). Auch setzt man es bei Rückenschmerzen ein, die als eine Folge von Schlägen, Stürzen und Überanstrengung des Rückens entstanden sind.

Bellis perennis verfügt über arnicaähnliche Wirkung und wird bei Verletzungen der äußeren Haut und bei Hautkrankheiten (Akne und Ekzeme) verabreicht. Typische Anwendungsgebiete: Bei Muskel- und Gelenkschmerzen, bei Verspannungen und Verstauchungen.Bei Schmerzen nach Verletzungen, z.B. auch nach einer Operation oder einer Fehlgeburt.

Bekannt ist die blutreinigende Wirkung des Gänseblümchens, welches traditionell als Heilmittel bei Hauterkrankungen und Leberleiden eingesetzt wird. Wegen der oben genannten Inhaltsstoffe ist es auch entwässernd, als Frühjahrskur und als Rheumamittel geeignet.In der Phytotherapie wird eine Tinktur aus der ganzen Pflanze, einschließlich Wurzel verwendet.

Das Gänseblümchen ist einer der ersten Frühlingsboten und es heißt, wer die ersten drei Gänseblümchen im Frühjahr esse, werde das restliche Jahr von Zahnschmerzen, Augenbeschwerden und Fieber verschont. Und wer getrocknete Gänseblümchen bei sich trägt, die am Johannistag mittags zwischen 12 und 13 Uhr gepflückt wurden, dem geht keine wichtige Arbeit schief.

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