Ich muß zugeben – bis unser Wasserschlauch geblüt hat, war ich fest davon überzeugt, dass es Wasserpest ist. Unser Teich (Gesamtlänge und -breite 85 x 45 m) wurde vor 20 Jahren in Lettland ausgebaggert. Wir haben ihn der Natur überlassen, damit dort ein natürliches Ökosystem entsteht. Dort hat sich relativ schnell Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) angesiedelt. In Deutschland steht die Pflanze auf der Liste der gefährdeten Arten. Wasserschlauch ist unscheinbar und ist eine ständig untergetaucht lebende Pflanze. Aus den buschigen Unterwasserpflanzen entwickeln sich im Sommer lange stabile Stängel, die sich über die Wasseroberfläche erheben. Auf diesen Stängeln entfalten sich mehrere gelbe Blüten, die von Insekten bestäubt werden. Wasserschlauch bildet keine Wurzeln. Im Herbst rollt sich Utricularia vulgaris an einam Ende zu einer Kugel zusammen, trennt sich vom Großteil der Mutterpflanze ab und sinkt auf den Boden des Teiches, während der Rest des Stängels abstirbt. Im Frühjahr entrollt sich der Wasserschlauch wieder. Der Wasserschlauch ist nicht wintergrün und produziert deswegen im Winter keinen Sauerstoff.

Die Besonderheit ist, dass es sich hier um eine fleischfressende Pflanze handelt. Zwischen den Blättern befinden sich kleine helle Kügelchen, die fast wie Sauerstoffbläschen aussehen. Die Fallen arbeiten mittels Unterdruck. Sie produzieren einen Sekret, welches vielen kleinen Unterwassertieren als Nahrung dient und mit dem sie angelockt werden. Kleinste Wasserlebewesen werden in diese Bläschen eingesaugt und anschliessend verdaut. Es werden allerdings nur Unterwassertiere gefangen – zum Beispiel Mückenlarven.

Meist findet man den Wasserschlauch in Moorteichen und teilweise im Sumpf. Dies ist auch bei uns in Lettland der Fall, da hier mooriges Gebiet vorliegt. Er verträgt kein kalkhaltiges Wasser. Neu eingeschleppte Unterwasserpflanzenarten wie beispielsweise die Wasserpest haben den Wasserschlauch weitgehend verdrängt. Auch trug das Verschwinden von Hochmoore, die zu einem Hauptverbreitungsgebiet des Wasserschlauchs gehören, zu diesem Rückgang der Pflanzenpopulation bei.

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Stockrose (Alcea rosea), auch Stockmalve, Halsrose und Brandrose genannt, ist eine 1,5 – 2,2 m hohe standfeste Staude (sie ist zweijährig), die von Juli bis September (Oktober) blüht (weiss bis schwarzrot). Der Standort ist sonnig bis halbschattig, wind- und wettergeschützte warme Plätze, trockene bis frische, nährstoffreiche, gut wasserdurchlässige schwach sauere bis alkalische Böden. Sie ist kalktollerierend bis kalkliebend. Sie vermehrt sich selbst mit Samen. Ansonsten kann man sie aussähen oder 3 – 5 Pflanzen pro m² mit 60 cm Abstand auspflanzen. Die Stockrose ist eine beliebte Staude in Bauerngärten, besonders schön wirkt sie an Zäunen, Hauswänden oder Eingängen. Sie ist winter- und frosthart, trockenresistent, eine Bienenweide, zieht Hummeln an und ist geeignet als Schnittblume.

Es gibt zahlreiche Sorten der Stockrose mit einfachen und gefüllten Blüten. Sie wird manchmal als Heil- und Färbepflanze genutzt. Aufgrund der in der Stockrose enthaltenen Gerb- und Schleimstoffe ist sie in zahlreichen Hustenteemischungen enthalten.

In Bremen sind Stockrosen weit verbreitet. Dadurch dass sie sich von selbst aussähen, wachsen sie wild in der ganzen Stadt (vor allem in Schwachhausen). Die weisse Stockrose auf dem Bild blüht bei uns in hinterem Garten.