Letzte Woche war ich im Bremer Botanischen Garten, in dem auf einer Fläche von ca. 46 ha ein Rhododendronpark eingerichtet wurde (dieser ist älter als der Botanischer Garten selbst). Es waren so viele Besucher dort, dass ich ein wenig Schwierigkeiten hatte, mit meinem Fotoaparat durch die Menschenmenge durchzubrechen um Fotos ohne Menschen zu machen.

1933 begann das Gartenbauamt Bremen (heute Stadtgrün Bremen) im Bremer Stadtteil Horn-Lehe den Rhododendron-Park anzulegen unter anderem nach Plänen von Gartenbaudirektor Richard Homann. Auf dem Gelände wuchsen noch im Jahr 1890 als Wildpark gepflanzte Bäume wie Eichen, Eschen, Buchen und Fichten, die auch heute den Schutz für Rhododendron anbieten . Es handelt sich hier um eine Parkanlage, die als Artenreichste in ganz Europa gilt. Er wird seit Ende des Zweiten Weltkriegs als Prüfungs- und Sichtungsgarten für Rhododendron entwickelt. Zusätzlich ist der Rhododendronpark mit “Botanica”, eine sehr große Gewächshausanlage mit erdteilbezogener Gestaltung bereichert worden. Dort sind nicht winterharte Rhododendron zu sehen. In der Mitte der Parkanlage liegt der Botanische Garten, der sich von 1905 bis 1935 am Osterdeich befand. Dannach wurde dieser neben den Rhododendron-Park verlegt. Der Botanischer Garten wurde erst 1950 komplett fertig gestellt.

Der botanische Name Rhododendron leitet sich aus den griechischen Wörtern für Rose (rhodos) und Baum (dendron) ab. Sie sind seit mehr als 300 Jahren in Europa bekannt. Die Gattung gehört zur Familie der Ericaceae (Heidekrautgewächse). Es gibt 1300 Sorten weltweit, und die einheimischen Arten in Deutschland sind Rh. ferrugineum, Rh. groenlandicum, Rh. hirrsutum, Rh. lapponicum und Rh. tomentosum. Es gibt mehrere Versuche Rhododendron zu systematisieren. Derzeit ist eine Einteilung in folgende Rhododendron-Gruppen üblich:

  • großblumige Rhododendron – Hybriden
  • kleinblumige Rhododendron – Hybriden
  • Rhododendron Wildarten und verwandte Hybriden
  • sommergrühne Rhododendron – Hybriden
  • Rhododendron Insigne – Hybriden
  • Rhododendron Repens – Hybriden
  • Rhododendron Wardii – Hybriden
  • Rhododendron Williamsianum – Hybriden
  • Rhododendron Yakushimanum – Hybriden
  • Japanische Azaleen
  • Indische Azaleen (Topfazaleen)
  • Rhododendron des Subgenus Vireya

Ich empfehle allen nach Möglichkeit einen Besuch im Rhododendron-Park zu machen. Die Region um Bremen und Oldenburg hat sehr viele Baumschulen, die Rhododendron züchten und ziehen. Es gibt hier auffällig viele Rhododendron in Gärten, besonders schön zu sehen waren sie in den Gärten in der Nähe des Rhododendron-Parks, die selbst viele blühende Rhododendron beinhalten. Letztes Jahr waren wir auf der Messe RHODO (ich zitiere: die grösste Rhododendronschau Europas) in Westerstede. Ein schönes Städtchen, mit schöne Rhododendron in Privatgärten. Die RHODO an sich hat uns aber sehr enttäuscht. Der Großteil der Messe bestand aus einer Gewerbeschau, die mit den Pflanzen an sich oft nur indirekt etwas zu tun hatte.

Insgesamt ist es also deutlich sinnvoller den kostenlosen Rhododendron Park in Bremen während der Blütezeit zu besuchen (allerdings kostet der Zugang zur BOTANICA Eintritt), als das Eitrittsgeld für die alle vier Jahre stattfindende RHODO auszugeben.

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